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Re: Transgender / LGBTQ ...

Verfasst: 29.08.2025, 20:50
von Rebecca
Tennessee hat geschrieben: 29.08.2025, 17:07 Das ist eben ein wichtiger Punkt. Transsexuelle befinden sich in einem temporären Wechselprozess von einem zu einem anderen biologischen Geschlecht.
Dazu nur eine Korrektur. Das ist nicht richtig. Mit Transfrau, Transmann, werden auch Menschen bezeichnet, deren OPs abgeschlossen sind. Die Unterscheidung ist in den entsprechenden Szenekreisen:

CIS-Frau/Mann: In dem Geschlecht geboren und glücklich.
Prä-OP Transfrau/-mann: in anderem, Geschlecht geboren, begonnen damit im neuen Geschlecht zu leben (Kleidung, etc.) aber noch nicht operiert.
Post-OP Transfrau/-mann: in anderem Geschlecht geboren, leben im neuen Geschlecht haben die Operationen durchgezogen. D.h. beim Transmann ist in der Regel sowohl Penis vorhanden und Brüste entfernt - bei der Transfrau ist in der Regel der Penis entfernt und Neovagina hergestellt und Brüste sind durch Hormontherapie oder durch OP (falls Hormontherapie da nicht reichte) hergestellt worden.

Aber auch die Post-OP Transmenschen sind Transmenschen. Und deswegen ist die Diskussion ja auch so giftig. Zu sagen Transmenschen dürfen nicht in die Umkleiden, bzw. sollen dort hin, wo das Geschlecht dem entspricht, wie sie biologisch geboren wurden, würde heißen Transmänner mit Penis und deutlich kräftiger und mehr Muskelmasse als Frauen, in die Frauendusche und Umkleide zu schicken. Und ja Transmänner sind nicht alle schwul, nicht mal die Hälfte von denen. Schwul und Lesbisch ist bei Transmenschen genauso wie bei CIS-Menschen.
(Menschen ist der Oberbegriff, CIS und Trans die Unterbegriffe die aus der Chemie kommen - gleicher Stoff andere Konfiguration).

P.S.: Aber ja Transmenschen wollen eindeutig einem Geschlecht zugeordnet sein. So fühlen sie sich. Und nicht dazwischen. Da wollen sie hin, so gut es geht und als solches leben und akzeptiert werden und als Nichts was dazwischen ist. Sie wollen da körperlich und sozial hin, weil sie innerlich schon seit Jahren oder Jahrzehnten als das andere Geschlecht fühlen und denken. Eingesperrt in einem Körper der nicht zu ihrem Inneren passt.

Re: Transgender / LGBTQ ...

Verfasst: 29.08.2025, 20:52
von Rebecca
Tennessee hat geschrieben: 29.08.2025, 17:07 Und jeder Schritt ist ein Schritt der Erleichterung: die Identitätserkenntnis, "Kleinigkeiten" wie das das Tragen anderer Kleidung, homonelle und psychologische Behandlung, geschlechtsangleichende OPs. Das ist nicht unbedingt "schmerzhaft", wie Laurin das anmerkte. Das ist vielleicht langwidrig und vielleicht anstrengend, aber eigentlich viel mehr Erleichterung als Schmerz.
Definitiv. Und zwar in einem Maße, das sich niemand vorstellen kann, der es nicht selbst erlebt hat. Da hängen körperliche und soziale Aspekte dran.

Re: Transgender / LGBTQ ...

Verfasst: 29.08.2025, 22:11
von Laurin
Das 'schmerzhaft' bezog sich darauf, dass die Hormonumstellung anscheinend nicht immer unproblematisch verläuft. Eine gute Freundin von mir hat damit erhebliche Probleme ...

Re: Transgender / LGBTQ ...

Verfasst: 29.08.2025, 22:46
von Reinhard
Rebecca hat geschrieben: 29.08.2025, 20:50 Aber auch die Post-OP Transmenschen sind Transmenschen. Und deswegen ist die Diskussion ja auch so giftig. Zu sagen Transmenschen dürfen nicht in die Umkleiden, bzw. sollen dort hin, wo das Geschlecht dem entspricht, wie sie biologisch geboren wurden, würde heißen Transmänner mit Penis und deutlich kräftiger und mehr Muskelmasse als Frauen, in die Frauendusche und Umkleide zu schicken. Und ja Transmänner sind nicht alle schwul, nicht mal die Hälfte von denen. Schwul und Lesbisch ist bei Transmenschen genauso wie bei CIS-Menschen.
(Menschen ist der Oberbegriff, CIS und Trans die Unterbegriffe die aus der Chemie kommen - gleicher Stoff andere Konfiguration).
Als Pragmatiker schlage ich ja schon länger die Unisex Gesellschaft bezüglich Toiletten, Umkleiden etc. vor, dann erübrigt sich zumindest diese Diskussion. Da unsere Gesellschaft da noch recht weit von entfernt ist würde ich es einfach am körperlichen Zustand festmachen. Ist ausgestatte wie ein Mann geht in die Männerumkleide, ist ausgestattet wie eine Frau geht in die Frauenumkleide und gut ist. Wer grad mitten im operativen Umbau begriffen ist wird üblicherweise nicht so intensiv Fitnessstudios oder öffentliche Saunen besuchen. Als was sich der oder die Nakedei neben mir fühlt ist mir so was von egal. Die Befindlichkeit der prä-operativen Transperson werte ich dabei als weniger wichtig als die Befindlichkeiten der sich in der Mehrzahl befindlichen Cispersonen. Und post-operativ, also wenn das handwerklich gut gemacht ist sollte eine fremde Person da eigenlich nicht so genau hinschauen, dass sie das so ohne weiters erkennt.

Re: Transgender / LGBTQ ...

Verfasst: 30.08.2025, 01:09
von Eisrose
Um mal darauf zurückzukommen:
Eisrose hat geschrieben: 29.08.2025, 13:28 Marla-Svenja Liebich tritt heute übrigens ihre Haft im Frauengefängnis Chemnitz an. Ihre Unterstützer planen eine grosse Einzugsparty heute Abend um 20:00 Uhr vor der Haftanstalt.

Liebich ist übrigens nicht nur Frau, sondern nun auch laut Selbstauskunft Jüdin geworden und fordert koscheres Essen und seelische Betreuung durch einen Rabbiner. Zum jüdischen Glauben kann man allerdings nicht einfach so per Akklamation konvertieren...
Ich hätte schreiben sollen, Liebich sollte heute ihre Haft antreten. Hat Liebich aber nicht, stattdessen ist sie wohl ins Ausland geflüchtet:
Liebich offenbar ins Ausland abgetaucht

Rechtsextremist Marla-Svenja Liebich sollte am heutigen Freitag seine Haft im Frauengefängnis Chemnitz antreten. Doch dazu kam es nicht: Der 53-Jährige deutet an, ins Ausland geflohen zu sein.

„Das Kunststück eines Zaubertricks: Alle Augen werden auf die Kulisse gelenkt, während das Objekt im Schatten verschwindet“, schreibt der Rechtsextremist am Freitagabend geheimnisvoll auf seinem X-Account zu einer Illustration, die ihn in Frauenkleidung vor der Basilius Kathedrale in Moskau zeigt. Zu lesen darauf: „Liebesgrüße aus Moskau“ und „James Bond“ – womöglich ein Hinweis auf seinen aktuellen Aufenthaltsort? Was nun folge, sei „ein internationaler Haftbefehl“, so Liebich.
Immer noch einer oben drauf klappt bei Liebich wohl ziemlich zielsicher...

Re: Transgender / LGBTQ ...

Verfasst: 30.08.2025, 02:51
von Guy Nelson
Rebecca hat geschrieben: 29.08.2025, 20:50 Die Unterscheidung ist in den entsprechenden Szenekreisen:

CIS-Frau/Mann: In dem Geschlecht geboren und glücklich.
Prä-OP Transfrau/-mann: in anderem, Geschlecht geboren, begonnen damit im neuen Geschlecht zu leben (Kleidung, etc.) aber noch nicht operiert.
Post-OP Transfrau/-mann: in anderem Geschlecht geboren, leben im neuen Geschlecht haben die Operationen durchgezogen. D.h. beim Transmann ist in der Regel sowohl Penis vorhanden und Brüste entfernt - bei der Transfrau ist in der Regel der Penis entfernt und Neovagina hergestellt und Brüste sind durch Hormontherapie oder durch OP (falls Hormontherapie da nicht reichte) hergestellt worden.
uh uh-da machst Du ein Fass auf, genau um dieses Problem zu umgehen
hat ja unsere "allwissende" Regierung das neue Geschlechtsbestimmungsgesetz
erlassen-welches wiederum sich als zumindest problematisch erweist ( wenn man gleich mal damit den Rechtsstaat ad absurdum führt-siehe "Frau" Liebich...)

Re: Transgender / LGBTQ ...

Verfasst: 30.08.2025, 03:18
von Rebecca
Guy Nelson hat geschrieben: 30.08.2025, 02:51 uh uh-da machst Du ein Fass auf, genau um dieses Problem zu umgehen
hat ja unsere "allwissende" Regierung das neue Geschlechtsbestimmungsgesetz
erlassen-welches wiederum sich als zumindest problematisch erweist ( wenn man gleich mal damit den Rechtsstaat ad absurdum führt-siehe "Frau" Liebich...)
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was du sagen willst. Die Definitionen existieren so noch weiter auch mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz. Daran ändert sich nichts. Auch vorher war es schon möglich seinen Personenstand und seinen Namen ohne OP zu ändern über das Transsexuellengesetz. Nur hat das eben sehr entwürdigende und teure Gutachten erfordert, die man (weil das Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterlag) selbst zahlen musste (wenn man nicht so arm war, dass es über Prozesskostenhilfe abgerechnet werden konnte).
Die Krankenkassen haben sich darüber gefreut, weil sie dann selbst keine Kosten für die Gutachten zahlen mussten, ob die OP medizinisch erforderlich ist, weil sie sich quasi einfach an die Gutachten aus dem Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit dran hängen konnten.
Denn grundsätzlich gilt: Braucht die Krankenkasse Gutachten, um zu prüfen, ob es erforderlich ist, muss eigentlich erstmal die Krankenkasse die Kosten zahlen. Das sind die so geschickt umgangen.

Also ja... es gab auch schon vorher Prä-OP-Transmenschen, die keine Operation durchgeführt haben, aber rechtlich schon im neuen Geschlecht akzeptiert wurden - an der Problematik hat sich durch das neue Selbstbestimmungsgesetz per se nichts geändert.
Und auch damals waren die Transmenschen nicht verpflichtet die OP durchzuführen. Die OP-Eingriffe sind äußerst schwerwiegend und gehen mit dem Risiko einer permanenten Inkontinez oder sogar eines dauerhaften externen Darmausgangs einher, wie auch das Risiko des vollkommen Verlustes der Libido. Bei Transfrauen ergibt sich Unfruchtbarkeit, weil Teil der OP die vollkommene Entfernung der Keimzellen sind (anders als beim Transmann, wo weder Eierstöcke noch Gebärmutter zwingend entfernt werden). Die können aber müssen nicht entfernt werden - während die Entfernung der Hoden bei der Transfrau quasi zwingend ist.
Das sind alles schwerwiegende Risiken. Aufgrund dessen hat das Bundesverfassungsgericht bereits in den 90ern festgestellt, dass man von Transmenschen nicht verlangen kann, dass sie die OPs durchführen müssen, bevor es eine rechtliche Personenstandsänderung gibt (das war früher mals so vorgesehen).

Im Wiki mehr zur alten Rechtslage, und wie stark da das Bundesverfassungsgericht eingreifen musste: https://de.wikipedia.org/wiki/Transsexuellengesetz