Precht

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Laurin
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Precht

Post by Laurin »

Hat jemand schon mal die Sendungen von Precht im ZDF gesehen? Ich bin da eben zufällig über das Gespräch von Precht mit Edzard Reuter über Markt und Moral - Der Zustand unserer Wirtschaft gestolpert und fand das wohltuend anders als das übliche Talkshow-Gelaber.

Hier mehr Sendungen in dem Format: https://www.zdf.de/gesellschaft/precht
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Eisrose
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Re: Precht

Post by Eisrose »

Ja, ich hab die Precht-Gespräche eigentlich alle schon gesehen. Und einige Videos dieser Sendung habe ich auch schon gepostet, hättest du also auch schon früher finden können ;-)

Von den letzten Sendungen ist eine meiner Meinung nach besonders hervorzuheben und das ist Prechts unheimlich gutes Gespräch mit Heinz Bude, das mich persönlich sehr erhellt und beeinflusst hat und ich nur empfehlen kann: "Unsere ungerechte Gesellschaft". Für mich ein absolutes Highlight der Sendung. Wobei man sich durch den Titel "ungerechte Gesellschaft" nicht täuschen lassen sollte, denn Bude bietet eine andere Sicht auf dieses Thema, als man vielleicht erwarten könnte. Schon Prechts Eingangsfrage macht das deutlich: "Haben sie Angst um die Zukunft Deutschlands?" Budes Antwort: "Nein"... Weitere Highlights: "Gutes Deutschland - Böse Kriege" (Herfried Münkler) oder "Rasender Stillstand" (Hartmut Rosa).

Und dann noch sein Gespräch mit Nikolaus Blome, was ich allerdings als unheimlich SCHLECHTES Gespräch bezeichnen würde. Blome kann Precht absolut nicht das Wasser reichen und hat ihm nichts entgegen zu setzen: "Verlust der Mitte". Meiner Meinung nach steht es exemplarisch für viele Konservative, das macht es auch wieder sehenswert, zumindest die ersten 10 bis 15 Minuten. "Augstein und Blome" will man danach aber nicht mehr sehen.
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Re: Precht

Post by Kapaun »

Precht, "der Graf" der Philosophie ... -)
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Eisrose
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Re: Precht

Post by Eisrose »

So, dann werde ich mir jetzt mal das aktuellste Precht-Gespräch reinziehn. Zu Gast bei Precht ist Svenja Flaßpöhler.

Ich bin vorgewarnt:
Richard David #Precht diskutiert mit Svenja #Flaßpöhler und Letztere kann (ab Min. 3.00) unwidersprochen fordern, man müsse der Perspektive der Juden auch eine Perspektive der Nicht-Juden hinzufügen - was auf eine #Holocaust-Relativierung hinausläuft.

@ClaasGefroi
Oder:
Unsägliche Sendung. Unsägliche Aussagen.

Insgesamt wird von beiden dargestellt, dass es sowas wie eine "Normalität" gibt und diese sogar notwendig sei, in der Rassismus, Frauenunterdrückung und Antisemitismus in gewissem Maße akzeptiert werden muss. Der Kampf dagegen sei übertriebene Empfindsamkeit, die unsere Gesellschaft zurückwirft in archaische Strukturen.

Ein bisschen Belästigung am Arbeitsplatz brauchen Frauen. Und Männer zeigen sich dadurch als richtige Männer.

@MPaunzrif
Bin gespannt, was da dran ist...
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Laurin
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Re: Precht

Post by Laurin »

Und was ist deine Meinung dazu?

Ich habe es mir angeschaut/angehört, und kann kann die geäußerte Kritik an dem Gespräch nicht nachvollziehen. Es hat aber eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe auf was Flaßpöhler hinauswill.

Der Beitrag hat übrigens nur 'likes' und bisher kein einziges 'dislike' - erstaunlich.
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Eisrose
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Re: Precht

Post by Eisrose »

Laurin wrote: 01.12.2021, 22:46 Und was ist deine Meinung dazu?

Ich habe es mir angeschaut/angehört, und kann kann die geäußerte Kritik an dem Gespräch nicht nachvollziehen.
Gegenfragen:

Nehmen wir einen sensiblen Familienvater, der empathisch und zärtlich ist, liebevoll mit seiner Frau umgeht, Vegetarier ist, gendert, das N-Wort vermeidet. Wie beurteilst Du diese Person? Für Precht hat diese Person seinen männlichen Kern verloren.

Es gäbe laut Precht Frauen, die keine Milch mehr trinken, weil das Ausbeutung der weiblichen Kühe sei. Heute rege das zum Schmunzeln an, könne in zehn Jahren aber schon eine legitime Position sein. Ist das wirklich so oder bleibt Unsinn auch in zehn Jahren Unsinn?

Wenn Du jemanden von den "Empörten und Reizbaren" sprechen hörst, an wen denkst Du da? An Rechte oder Linke? Flasspöhler denkt da erstmal an Linke und meint erst noch begründen zu müssen, warum auch Rechte damit gemeint sein können.

Fühlst Du dich angesprochen, wenn Du als Linker schon mal als "linkes Sensibelchen" bezeichnet wirst?

Da waren noch mehr solche Sachen drin, an die ich mich jetzt nicht mehr so ganz erinnere. Das Gespräch hatte schon ein bisschen einen aggressiven Unterton gegen Links fand ich. Natürlich dürfte sich das Querdenkermilieu angesprochen gefühlt haben.
Laurin wrote: 01.12.2021, 22:46 Es hat aber eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe auf was Flaßpöhler hinauswill.
Ich fands auch trotzdem interessant. Aber ich habe auch eine konservative Seite, lach. Flasspöhler und Precht machen den erlaubten Versuch die Sensibilisierung unserer Gesellschaft als eine Ursache für deren Spaltung anzusprechen, wenn auch nicht immer ganz gelungen. Ein bisschen neu trotzdem. Das auch Linke oft ziemlich intolerant sind, beklage ich schon länger - hier wird das halt als übersensibel dargestellt. Dass wieder alle ins Gespräch kommen müssten, wurde von den beiden als Minderheiten-Mehrheiten-Problem gesehen, die voneinander lernen sollten, was nicht immer so ganz astrein war, meiner Meinung nach.
Laurin wrote: 01.12.2021, 22:46 Der Beitrag hat übrigens nur 'likes' und bisher kein einziges 'dislike' - erstaunlich.
YouTube hat die Anzeige von "Dislikes" abgeschafft, auch wenn Du sie noch vergeben kannst. Solltest Du also nirgends mehr sehen.

P.S. Und ist Dir gar nicht aufgefallen, dass Precht eigentlich kein bisschen kritisch gegenüber Flasspöhler war? Hat ihr eigentlich immer nur die Bälle hingespielt und das auch schon im richtigen Frame... So vollständig einer Meinung habe ich selten zwei Leute gesehen.
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Re: Precht

Post by Laurin »

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41
Laurin wrote: 01.12.2021, 22:46 Und was ist deine Meinung dazu?

Ich habe es mir angeschaut/angehört, und kann kann die geäußerte Kritik an dem Gespräch nicht nachvollziehen.
Gegenfragen:

Nehmen wir einen sensiblen Familienvater, der empathisch und zärtlich ist, liebevoll mit seiner Frau umgeht, Vegetarier ist, gendert, das N-Wort vermeidet. Wie beurteilst Du diese Person? Für Precht hat diese Person seinen männlichen Kern verloren.
Erstmal eine feine Sache. Allerdings kann kein Mensch immer sensibel, empathisch, zärtlich und liebevoll sein ... ich glaube auf Dauer fände ich das horrible. Ecken, Kanten und Fehler gehören zu uns Menschen - den fehlerfreien Menschen gibt es nicht.

Aus meiner Sicht hat Precht da etwas überspitzt pointiert, was schon zum Problem werden kann, wenn alles zu glatt gebügelt wird.

In dem Gespräch ging es z.B. um das Verbannen der Erotik aus der Arbeitswelt, aus lauter 'political correctness', selbst unter Gleichgestellten. Über sowas kann ich nur den Kopf schütteln, Erotik ist eines der zentralen Aspekte unseres Lebens ... klar ist das Ausnutzen von Machtverhältnissen oder das typische breitbeinige männliche Auftreten mancher Männer, garniert mit Chauvi-Sprüchen, inakzeptabel. Aber ein wenig Reibung gehört schon zum Leben, dass kann man nicht alles glattbügeln wollen ... denn dann wird es absolut langweilig und fad und führt nur zu einem falschen Angepaßtsein.

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41Es gäbe laut Precht Frauen, die keine Milch mehr trinken, weil das Ausbeutung der weiblichen Kühe sei. Heute rege das zum Schmunzeln an, könne in zehn Jahren aber schon eine legitime Position sein. Ist das wirklich so oder bleibt Unsinn auch in zehn Jahren Unsinn?
Hehe, da bin ich auch drüber gestolpert, und kam mir Precht ein wenig gestrig vor. Ich kenne jemanden, die macht das sehr konsequent, und auch ich habe mit der perversen und z.T. qualvollen Haltung von hochgezüchteten Milchkühen Probleme. Das gilt aber für die gesamte Massentierhaltung. Das kann man nicht einfach als Spinnereien abtun ...

(das war aber nun keiner der von dir ursprünglich zitierten Vorwürfe)

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41Wenn Du jemanden von den "Empörten und Reizbaren" sprechen hörst, an wen denkst Du da? An Rechte oder Linke? Flasspöhler denkt da erstmal an Linke und meint erst noch begründen zu müssen, warum auch Rechte damit gemeint sein können.
Für mich ging aus dem Diskurs klar hervor, dass beide Seiten gemeint sind.

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41Fühlst Du dich angesprochen, wenn Du als Linker schon mal als "linkes Sensibelchen" bezeichnet wirst?
Ist mir noch nicht passiert, das wurde in dem Gespräch so auch nicht gesagt.

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41Da waren noch mehr solche Sachen drin, an die ich mich jetzt nicht mehr so ganz erinnere. Das Gespräch hatte schon ein bisschen einen aggressiven Unterton gegen Links fand ich. Natürlich dürfte sich das Querdenkermilieu angesprochen gefühlt haben.
Das fand ich eigentlich nicht. Allerdings kann der Sinn solcher Gespräche doch nicht sein, sich nur gegenseitig in altbewährten Positionen zu beweihräuchern, sondern sollte im Gegenteil auch mal eigene Meinungen und z.B. auch die Auswirkungen von verschiedenen Entwicklungen zu hinterfragen. Allerdings kann man das natürlich dann auch andersherum interpretieren - aber mehr als ein Hinterfragen habe ich darin eigentlich nicht gesehen.

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41
Laurin wrote: 01.12.2021, 22:46 Es hat aber eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe auf was Flaßpöhler hinauswill.
Ich fands auch trotzdem interessant. Aber ich habe auch eine konservative Seite, lach. Flasspöhler und Precht machen den erlaubten Versuch die Sensibilisierung unserer Gesellschaft als eine Ursache für deren Spaltung anzusprechen, wenn auch nicht immer ganz gelungen. Ein bisschen neu trotzdem. Das auch Linke oft ziemlich intolerant sind, beklage ich schon länger - hier wird das halt als übersensibel dargestellt. Dass wieder alle ins Gespräch kommen müssten, wurde von den beiden als Minderheiten-Mehrheiten-Problem gesehen, die voneinander lernen sollten, was nicht immer so ganz astrein war, meiner Meinung nach.
Tja, anscheinend holt sich dann offenbar doch jeder eher das aus solchen Gesprächen heraus, was ihm nahe liegt. ;)
Für mich lag die Quintessenz eigentlich darin, dass einerseits (zum Teil gar nicht beabsichtigte) Auswirkungen unseres sicher zu befürwortenden Gleichberechtigungsstrebens beleuchtet wurden, und dass manches Streben nach gutem Umgang durch zu hohen Anpassungsdruck auch zu übertriebenen Auswirkungen führen kann (siehe obige Beispiele zur Ächtung von Erotik am Arbeitsplatz bzw. zum 'entwilderten Mann') - und vor allem, dass es besser wäre, statt sich in den eigenen sozialen Kreisen zu vereinzeln und andere abzulehnen, sich zu erweitern und zu vermischen (am Beispiel des unsäglichen Übersetzungsdramas, wo weiße Übersetzer ausgegrenzt wurden - da hätte man stattdessen ja auch fordern können, dass interessante Werke auch mehr von Farbigen übersetzt werden).

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41
Laurin wrote: 01.12.2021, 22:46 Der Beitrag hat übrigens nur 'likes' und bisher kein einziges 'dislike' - erstaunlich.
YouTube hat die Anzeige von "Dislikes" abgeschafft, auch wenn Du sie noch vergeben kannst. Solltest Du also nirgends mehr sehen.
Oha, na sowas. danke für den Hinweis ...

Eisrose wrote: 01.12.2021, 23:41P.S. Und ist Dir gar nicht aufgefallen, dass Precht eigentlich kein bisschen kritisch gegenüber Flasspöhler war? Hat ihr eigentlich immer nur die Bälle hingespielt und das auch schon im richtigen Frame... So vollständig einer Meinung habe ich selten zwei Leute gesehen.
Ja das ist mir sehr aufgefallen, da haben sich zwei extrem gegenseitig beräuchert - das war der eigentliche Schwachpunkt des Gesprächs, es war ja stellenweise fast eine Art 'unerlaubter' Flirt ...
:rolleyes:

Ansonsten fand ich diese Betrachtung interessant, wenn auch nicht übermäßig spannend, da durch viel Herumgelaber etwas in die Länge gezogen.
Allerdings konnte ich die von dir ursprünglich aus dem Web zitierten Vorwürfe (Holocaustrelativierung oder dass laut den beiden ein gewisser Rassismus, Frauenunterdrückung und Antisemitismus in gewissem Maße akzeptiert werden müsse und alles andere eine übertriebene Empfindsamkeit sei usw.) überhaupt nicht nachvollziehen, insbesondere da Flasspöhler klar betonte dass sie die Gleichberechtigungsbestrebungen usw. befürwortet. Im Gegenteil erscheinen mir solche überzogenen Vorwürfe eher sogar wie die ungewollte Bestätigung genau solcher Übertreibungen und Übersensibilitäten, wie sie in dem Gespräch angesprochen werden, und die wir leider öfter erleben, sobald jemand aus dem anscheinend irgendwie unsichtbar normierten Moralkosmos mancher Leute gedanklich auch nur minimal auszuscheren droht.
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Re: Precht

Post by Eisrose »

Die Holocaustrelativierung konnte ich auch nicht erkennen. Das war sicherlich übertrieben. Der Vorwurf, dass ein bisschen "Rassismus, Frauenunterdrückung und Antisemitismus" laut den beiden akzeptiert werden müsse, konnte ich aber schon nachvollziehen. Immerhin sagen die beiden, dass man sich in die andere Seite hineinversetzen soll und jeweils voneinander lernen soll. Und dabei fehlte jegliche Abgrenzung von extremen Positionen. Nein, da gibt es Grenzen. Und sie tun auch so, als stünden hier diskriminierte Minderheiten diskriminierenden Mehrheiten völlig gleichwertig gegenüber. Nein! Das tun sie nicht.

Übrigens waren meine Fragen eher rhetorische Fragen, lach. Aber danke, dass du meinen Traummann auch für eine feine Sache hältst. Es spricht ja nichts dagegen, dass jemand trotz der aufgezählten positiven Eigenschaften noch Ecken, Kanten und Fehler hat. Wenn man aber den männlichen Kern vermisst, nur weil jemand sensibel und einfühlsam ist, hat das schon was machohaftes. Und ja, Precht hat sich als ziemlich gestrig in dem Gespräch erwiesen.

Aber wie gesagt, auch ich fands interessant. Nur muss man das eben auch einordnen. Diese Gespräche sind ein Unterhaltungsformat und Precht ist ein Dampfplauderer. Als Philosoph ist er in der Fachwelt völlig unbedeutend.

P.S. Es ist zwar nicht wirklich wichtig aber ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass Precht die FDP wählt. Das dachte ich ganz früher schon einmal, später hab ich dann die Grünen vermutet, aber jetzt denke ich wieder, es ist die FDP.
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Re: Precht

Post by Eisrose »

Das sagen übrigens andere zu dem Gespräch:

FAZ: Sie nennen es Freiheit
Spiegel: Lasst die Philosophie da raus
Frankfurter Rundschau: Zwei Missverstandene bestätigen sich

Also selbst die FAZ zerreisst das. Achso, nicht weitersagen: hier der FAZ-Beitrag als Nicht-Bezahlartikel...
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Re: Precht

Post by Laurin »

Eisrose wrote: 02.12.2021, 15:59... Aber danke, dass du meinen Traummann auch für eine feine Sache hältst. ...
Aber gerne doch. :-)

(Die Links schaue ich mir noch an)
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Re: Precht

Post by Eisrose »

Laurin wrote: 02.12.2021, 20:59 (Die Links schaue ich mir noch an)
Speicher dir den FAZ-Artikel ab. Ist bestimmt ein Fehler, dass der noch abrufbar ist.
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Re: Precht

Post by Laurin »

Ich hab mir dann mal alle drei Artikel zu Gemüte geführt. Während ich den FAZ-Artikel noch relativ sachlich fand und der nachdenklich machte, wurden die anderen beiden Artikel dann doch sehr polemisch und unsachlich. Ich bin jetzt kein Philosophie-Experte und habe auch gar keine Lust, aus dem ausschweifenden Gespräch der beiden Protagonisten jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, habe aber schon den Eindruck, dass in der 'Szene' recht verbissen gefighted wird, und man sich viel Mühe gibt beiden möglichst viel Schlechtes zu unterstellen und so am Zeug zu flicken.

Ich glaube nicht, dass man sich damit einen Gefallen tut, wenn man beide abfällig in die Nähe des Querdenker-Milieus rückt und unterstellt, dass sie unter dem Deckmantel intellektueller oder philosophischer Dampfplauderei rechte Gesinnungen in die Mitte des Bürgertums bringen würden und damit salonfähig machen.

Natürlich ist nicht alles Gold was die in dem Gespräch losgelassen haben, und es fehlte in dem Gespräch auch jeglicher irgendwie kritischer Dialog, beide bestätigten sich nur gegenseitig in ihren Haltungen. Trotzdem meine ich, muss man auch mal hier und da den Teppich über dem linken Muff lüften können und kontroverse Ansichten einbringen können, ohne dass man darauf gleich wilde Verteufelungen folgen. Aber wenn man schon solche kritischen Ansichten aufbringt, wäre es ein enormer Zugewinn, auch die Gegenstimmen in so einem Gespräch zuzulassen und nicht nur so eine doch etwas platte Selbstbeweihräucherungsnummer zu bringen.

;)
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Re: Precht

Post by Eisrose »

Hier bekommst Du Unterstützung, Laurin:
Ihn, so Stokowski, sollte man »in Talkshows nicht mehr als Philosophen vorstellen«, sondern lieber als Germanisten. Er gelte »bei vielen intelligenten Menschen heute als unseriös«. Anders verhalte es sich zwar bei Svenja Flaßpöhler, aber auch die könnten manche vom Fach nicht leiden. Also seien eigentlich beide keine richtigen Philosophen. Na dann braucht man sich ja auch nicht der Mühe zu unterziehen, ihren Überlegungen so etwas Altmodisches wie durchdachte Argumente entgegenzuhalten, nicht? [...]

Selbstverständlich kann jede These der beiden Philosophiestars, die nicht nur berühmt sind, sondern (im Gegensatz zu vielen anderen) auch den Mut gezeigt haben, für kritische und unpopuläre Gedanken den Kopf hinzuhalten, bezweifelt, kritisch geprüft oder bestritten werden. Die entscheidenden Fragen jedoch, die sich für die zukünftige Diskussionskultur stellen, lauten: Werden wir es in Zukunft fertigbringen, Argumente von bloßen Attrappen und infamen Anwürfen zu unterscheiden? Werden wir die Größe aufbringen, die Leistungen anderer anzuerkennen, anstatt ihre Größe und Berühmtheit als Anlass für Neid und Rancune zu empfinden?

Robert Pfaller über Precht und Flaßpöhler: Ist das Philosophie oder kann das weg?
Pfaller setzt sich mit genau den drei von mir aufgeführten Artikeln auseinander. Leider Bezahlartikel...
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Re: Precht

Post by Eisrose »

Philosoph Richard David Precht passt sich Dieter Nuhr an: Gendern ist bäh

Im Interview gibt sich Precht zunächst als großer Versteher von „Querdenkern und Verschwörungstheoretikern“.
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Re: Precht

Post by Mania »

Ich hab wirklich lange überlegt ob ich den Precht gut finde oder nicht, ob er was kluges zu sagen hat oder nicht, vom Eindruck her erschien er mir immer extrem unsympathisch und humorlos aber das heißt ja nicht das man nicht trotzdem klug sein kann. In den letzten Wochen bestätigt sich dass mein Bauchgefühl doch oft richtig ist^^
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